Kunst. Ökologie. Geschichte. Ein kollektives Denkmal für die Region.

Lebendige Erinnerung – 400 Bäume für Freiheit und Gerechtigkeit
Kunst. Ökologische Nachhaltigkeit. Geschichte. Ein kollektives Denkmal für die Region.
Wie erinnern wir uns an historische Ereignisse, und was können wir aus ihnen für unsere Zukunft lernen? Das Projekt „Lebendige Erinnerung“ verbindet regionale Geschichte mit ökologischer Zukunftsverantwortung und performativer Kunst. Im Zentrum steht das Gedenken an den Oberösterreichischen Bauernaufstand von 1626 und die tragische Schlacht im Emlinger Holz in Alkoven.
Anstelle eines statischen Denkmals schaffen wir gemeinsam ein wachsendes, lebendiges Mahnmal: 400 heimische Bäume werden in der Region gepflanzt – als Zeichen für Mut, Freiheit, Zusammenhalt und ein intaktes Ökosystem.
Das Erlebnis: Die Performance-Wanderung
Die Pflanzung der Bäume wird zu einem gemeinschaftlichen, sinnlichen Erlebnis. Auf einer geführten Wanderung durch die historische Landschaft begleiten uns:
- Klanglandschaften: Musik von Blasmusikern, Akkordeon und Chor.
- Sprache & Stille: Rezitierte Texte wechseln sich ab mit Momenten des Innehaltens und Reflektierens.
- Aktiv werden: Das kollektive Pflanzen der Bäume holt die Erinnerung sprichwörtlich „aus der Erde“ und verankert sie in der Gegenwart.
Die Wanderung symbolisiert den schweren Weg der damaligen Bevölkerung während des Bauernaufstands und lädt dazu ein, über heutige gesellschaftliche Konflikte, Zivilcourage und gewaltfreie Wege des Miteidermittelns nachzudenken.
Die Bäume: Wurzeln für die Zukunft
Wir pflanzen vorwiegend klimaresistente, heimische Baumarten wie Stieleichen und Linden:
- Die Stieleiche steht für Standhaftigkeit und Stärke. Sie bietet Lebensraum für über 400 Insektenarten sowie Vögel und Säugetiere.
- Die Linde symbolisiert Frieden, Gemeinschaft und Schutz. Ihre Blüten sind eine wertvolle Nahrungsquelle für Bienen und Bestäuber.
Damit investieren wir nicht nur in das kollektive Gedächtnis, sondern stärken nachhaltig das regionale Ökosystem, die Artenvielfalt und das Klima vor Ort.
Ein Kunstwerk zum Mitnehmen
Als Zeichen des Dankes und als verbindendes Element erhält jede*r Mitwirkende ein einzigartiges Kunstwerk: Ein ca. 5 x 5 cm großer Betonwürfel, der in einer Prüfanlage unter enormem Druck deformiert wurde. Der zerquetschte Würfel macht die Härte und den Druck der historischen Ereignisse greifbar und verwandelt diese historische Erschütterung in ein ästhetisches Objekt der Erinnerung.
Macht mit!
Das Projekt richtet sich an alle Generationen – von Jung bis Alt. Es lädt dazu ein, Brücken zwischen Vergangenheit und Zukunft zu schlagen und gemeinsam Verantwortung für unsere Natur und eine gerechte Gesellschaft zu übernehmen.
- Wann & Wo: 8. November | 12:00 bei Familie Sallaberger – Inn 26 – 4070 Eferding
- Teilnahme: Kostenfrei. Gute Schuhe und wetterfeste Kleidung
„Erinnerung aus der Erde holen“
Geschichtserinnerung ist kein starrer Rückblick, sondern ein dynamischer, lebendiger Dialog zwischen Vergangenem, Gegenwart und Zukunft. Mit dem Projekt „Lebendige Erinnerung – 400 Bäume für Freiheit und Gerechtigkeit“ widmen wir uns einem der traumatischsten Kapitel der oberösterreichischen Regionalgeschichte: Der Schlacht im Emlinger Holz am 9. November 1626.
Die Vorstellung, dass an diesem Ort vor genau 400 Jahren tausende Menschen aufeinandertrafen und vermutlich an die 6.000 ihr Leben ließen, hinterlässt eine fundamentale Frage: Welches kollektive Trauma prägt eine Region über Jahrhunderte hinweg – und wie wirkt dieses Schweigen oder Erzählen bis in unsere heutige Gesellschaft nach?
Dieses Projekt möchte die Erinnerung nicht in starrem Stein erstarren lassen. Wir wählen das Symbol des Baumes – der Stieleiche und der Linde – als lebendiges Denkmal. Ein Baum wurzelt tief in der Erde der Vergangenheit, wächst stetig in der Gegenwart und schützt das Leben der Zukunft. Die 400 Bäume stehen symbolisch für den Mut und das Streben nach Gerechtigkeit, während ihre ökologische Funktion die Dringlichkeit unseres heutigen Handelns unterstreicht.
In der performativen Wanderung verschmelzen Raum, Klang, Bewegung und Handlung. Musik, Textfragmente und bewusste Stille machen die Verzweiflung, den Widerstandsgeist, aber auch die Sehnsucht nach Frieden erfahrbar. Der zerquetschte Betonwürfel – den jede*r Beteiligte als Kunstwerk erhält – macht die physische Gewalteinwirkung und den historischen Druck spürbar, transponiert ihn jedoch in eine Form der künstlerischen Transformation.
Wir wollen mit dieser Initiative einen Raum öffnen: Einen Raum für das Gedenken an die Opfer von Unterdrückung, aber vor allem einen Raum für die Frage an uns selbst: Wo braucht es heute unseren Mut, für die Würde des Menschen und eine gerechte, nachhaltige Welt einzustehen?